Eine ungewöhnliche Glock – mit überraschend starken Qualitäten
Die Glock 45 MOS ist im Vergleich zu vielen anderen Pistolen aus dem Glock‑Programm eine eher ungewöhnliche Konstruktion. Dennoch hat sie sich seit der Anschaffung Anfang letzten Jahres schnell zu einer unserer bevorzugten Pistolen entwickelt – aus Gründen, die auf den ersten Blick nicht sofort ersichtlich sind.
In diesem Beitrag beleuchten wir die Glock 45 MOS näher und erläutern, warum wir sie nicht nur für eine der überzeugendsten Glock‑Pistolen im aktuellen Sortiment halten, sondern auch für eine der besten Einstiegspistolen, wenn eine vielseitige Allround‑Lösung bei begrenztem Budget gesucht wird.
Die Fakten: Was steckt technisch hinter der Glock 45 MOS?
| Lauflänge | 102mm |
|---|---|
| Magazinkapazität | 17 |
| Abzugsart | Single Action |
| Abzugsgewicht | 2650g |
| Visierung | starr |
| Optics Ready | ja (M.O.S.) |
| Sicherung | automatisch, Fallsicherung, Züngelsicherung |
| Material Griffstück | Polymer |
| Maße (LxBxH) | 189mm x 34mm x 139mm |
| Gewicht | 694g |
| EAN Nummer | 2050011169737 |
Beginnen wir mit den Fakten, bevor wir auf unsere praktischen Eindrücke eingehen. Die Glock 45 MOS ist im Grunde eine sogenannte „umgekehrte Stretch“-Pistole im Kaliber 9 mm. Sie kombiniert den Full‑Size‑Griffrahmen der Glock 17 mit dem kürzeren Verschluss und der Lauflänge der Glock 19 und ist zusätzlich mit dem Glock‑MOS‑Optikschnitt ausgestattet.
Zu den weiteren Merkmalen, die die Glock 45 innerhalb der Glock‑Baureihe hervorheben, zählen der gleichmäßige Abzugscharakter, der umsetzbare Magazinhalter, der beidseitige Verschlussfanghebel, das Modular‑Backstrap‑System (MBS) zur individuellen Anpassung sowie der präzise und bewährt zuverlässige GLOCK Marksman Barrel (GMB).
Kritikpunkte auf dem Papier – und warum sie uns nicht überzeugen
Selbstverständlich gibt es auch berechtigte Kritikpunkte an dieser Konfiguration. Der kürzere Lauf geht mit einer verkürzten Visierlinie einher – für das verdeckte Tragen meist unproblematisch, für maximale Präzision jedoch häufig als Nachteil bewertet. In Verbindung mit dem größeren Griff im Glock‑17‑Format könnte daher der Eindruck entstehen, die Glock 45 vereine lediglich die Nachteile beider Modelle. Diese Einschätzung teilen wir jedoch nicht.
Praxis schlägt Theorie: Unsere Erfahrungen im Einsatz
Aus unserer Erfahrung machen eine längere Visierlinie und ein längerer Verschluss in den meisten realistischen Einsatzszenarien mit Kurzwaffen nur einen geringen Unterschied. Angesichts der heutigen großen Auswahl an mikrokompakten 9‑mm‑Pistolen, die primär für das verdeckte Tragen konzipiert sind, werden viele Glock‑19‑Modelle entweder kaum noch genutzt oder ausschließlich offen im Holster mit vollständiger Ausrüstung geführt.
In solchen Konfigurationen spielt die Verdeckbarkeit – insbesondere im Rahmen des deutschen Waffenrechts – keine Rolle mehr. Der kürzere Verschluss der Glock 45 ermöglicht dabei häufig einen etwas schnelleren Zielwechsel, während der vollformatige Griff die ergonomischen Nachteile des kleineren Glock‑19‑Griffs klar ausgleicht.
Full-Size-Griff, kurzer Verschluss: Ein klarer Trend
Der allgemeine Trend hin zu Pistolen mit Full‑Size‑Griff und kürzerem Verschluss bestätigt diese Beobachtungen. Auch im Wettkampfbereich ist diese Bauform zunehmend verbreitet – teils aufgrund ihrer praktischen Vorteile, teils auch, weil sich damit größere und effektivere Kompensatoren einsetzen lassen, ohne die Größenlimits im IPSC‑Practical‑Shooting zu überschcheiten.
Gleichzeitig erlaubt ein Griff in Glock‑17‑Größe in Verbindung mit passenden Magazinen weiterhin Kapazitäten von über 17 Patronen, die dennoch regelkonform in die Messbox passen. In Kombination mit der enormen Auswahl an Aftermarket‑Teilen für die 9‑mm‑Glock‑Plattform ergibt sich so ein hohes Maß an Individualisierung und Tuning‑Potenzial.
Tuning, Training und Wettkampf: Das Potenzial der Glock 45 MOS
Im vergangenen Jahr haben wir die Glock 45 MOS in zahlreichen Konfigurationen geschossen – mit unterschiedlichen Optiken, Abzügen, Läufen, Kompensatoren, Waffenlampen und sogar alternativen Verschlüssen. Die Glock‑Plattform eignet sich dabei hervorragend für Anwender, die gerne experimentieren und ihre Waffe gezielt an die eigenen Bedürfnisse anpassen.
Auch wenn Glock‑Pistolen nicht als klassische High‑End‑Wettkampfwaffen gelten, lassen sich mit konsequentem Training und ausgewählten Aftermarket‑Komponenten problemlos sehr gute Platzierungen bei lokalen IPSC‑Matches erzielen.
Fazit: Lohnt sich die Glock 45 MOS als Einstiegspistole?
Abschließend würden wir gerne Ihre Meinung zur Glock 45 MOS hören: Ist sie aus Ihrer Sicht eine sinnvolle Anschaffung, oder gibt es innerhalb der Glock‑Produktpalette Modelle, die diesen Einsatzzweck besser abdecken?
Vielen Dank fürs Lesen.
Schreib uns doch gerne einen Kommentar, wenn du deine Meinung teilen willst.



